Faszination Schloss Drachenburg

Schloss Drachenburg ist mehr als nur ein historisches Bauwerk – es ist ein lebendiger Treffpunkt von Kultur und Natur. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur spannenden Geschichte des Hauses, zum Audio-Guide und den Aufgaben der Stiftung Schloss Drachenburg.

Portrait Stephan Sarter
Stephan Sarter

Der architektonische Traum

 Das Schloss um 1900
Schloss Drachenburg 1900

Schloss Drachenburg wird Sommerfrische

Jakob Biesenbach hatte als Kind die Grundsteinlegung des Schlosses miterlebt und einige Zeit auf der nahe gelegenen Hirschburg gewohnt. Der Jurist beabsichtigte, Schloss Drachenburg touristisch zu erschließen. Er ließ den mittelalterlichen Burghof, der damals zum Anwesen gehörte, abreißen und baute an seiner Stelle 1904 ein Hotel im „Schweizer Stil“. Im Park von Schloss Drachenburg errichtete Biesenbach „nordische“ Blockhäuser als exklusive Ferienwohnungen. Für eine stimmungsvolle Rahmung sorgten neu gepflanzte Nadelhölzer und ein Wildgehege. Schloss Drachenburg wurde in eine Art Gesellschaftshaus verwandelt: Im Souterrain befand sich ein Restaurant und die elegant ausgestatteten Räume des Schlosses konnten gegen Entgelt besichtigt werden. Als Souvenirs wurden Postkartenserien und Lithografien mit Außen- und Innenansichten sowie Details der Wandgemälde angeboten.

 Gewächshäuser des Schloss Drachenburg

Der geplante Volksvergnügungspark

1910 verkaufte Biesenbach das Anwesen an den Rittmeister a. D. Egbert von Simon. Dessen Pläne übertrafen die gemäßigten touristischen Ambitionen seines Vorgängers. Schloss Drachenburg sollte als Freizeitpark Besuchermassen anziehen und damit wirtschaftlich attraktiv werden. Neben einem großen Festspieltheater waren ein Hotel und eine Luftschiffhalle mit Luftschiff für kurze Vergnügungsfahrten vorgesehen. Von Simon konnte die Attraktionen aber nicht finanzieren. Er veranstaltete lediglich Gartenbau- und Kunstausstellungen und betrieb ein Naturtheater. 1915 fiel er im Ersten Weltkrieg.

 Mitglieder des Frauenvereins des DRK
Frauenverein Deutsches Rotes Kreuz

Soziales Engagement eines Fabrikanten

Hermann Flohr, der einige Jahre als Mieter das Schloss bewohnt hatte, ersteigerte 1921 den Burghof und 1923 Schloss Drachenburg. Der Kölner Kaufmann und Fabrikant stellte mehrere Blockhäuser dem Frauenverein des Deutschen Roten Kreuzes als Genesungsheim zur Verfügung und nutzte das Schloss als Wochenendresidenz.1930 beschloss er, das Anwesen einem katholischen Orden zu übergeben. Große Teile der Inneneinrichtung wurden versteigert, im Jahr darauf bezogen die Christlichen Schulbrüder das Schloss.

Zeichnung der Kuntshalle früher

Christliches Internat – die Kunsthalle wird Kapelle

Schloss Drachenburg war für den Orden der Christlichen Schulbrüder ein geeigneter Ort, pädagogisch wirksam zu werden. In relativer Abgeschiedenheit eröffneten sie ein Jungeninternat, die Heimschule St. Michael. Als anzüglich empfundene Gestalten wie die Venus auf der gleichnamigen Terrasse oder die Bacchantinnen im Kneipzimmer wurden entfernt bzw. verdeckt. Die Ordensleute verwandelten das ehemalige Trinkstübchen in eine Sakristei und nutzten die neogotische Kunsthalle als Kapelle. Klassenräume befanden sich im Schloss, Schlafstellen für die Jugendlichen in den teilweise umgebauten Blockhäusern. So bot Schloss Drachenburg seinen Bewohnern in einer sehr angespannten Zeit nahezu idyllische Verhältnisse. 1938 musste die Heimschule St. Michael jedoch auf Druck der Nationalsozialisten ihre Pforten schließen

 Zerstörung der Kunsthalle im zweiten Weltkrieg

Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg

Eine nationalsozialistische Eliteschule, die Adolf-Hitler-Schule (AHS 3), bezog 1942 Schloss Drachenburg. Die nachhaltigste bauliche Veränderung aus dieser Zeit ist die Zerstörung des ursprünglichen Hauptportals. Statt der zierlichen doppelläufigen Treppenanlage, die zu einem giebelbekrönten Portikus führte, wurde der Eingang durch eine breite Treppe monumentalisiert. Auch der Park erfuhr durch Aufschüttungen für das Aufstellen von Geschützen starke Veränderungen. Schließlich geriet das Schloss unter Beschuss. Fast alle Glasmalereien gingen dabei zu Bruch, und die Kunsthalle wurde stark beschädigt. Am Ende des Krieges besetzten amerikanische Truppen das Schloss, später diente es als Flüchtlingsquartier.

Kunsthalle heute
Die Kunsthalle heute.

Ein Schulungszentrum belebt das Anwesen

Ein Glück für Schloss Drachenburg, dass die Reichsbahndirektion Wuppertal 1947 das Anwesen für sich als Schulungszentrum entdeckte und anmietete. Die Kunsthalle wurde wiederhergestellt, dabei ihr Dach erneuert und die ursprünglich verglaste Parkseite vermauert, um die Rheinseite ausbessern zu können. Ein maßstabgerechtes Lehrstellwerk bereicherte hier, im größten Raum des Schlosses, den Unterricht. Auch die anderen Räume dienten Schulungszwecken. Der Direktor hatte sein Büro im Nibelungenzimmer. 1960 verlegte die Deutsche Bundesbahn die Schule und verließ Schloss Drachenburg.

Ausstellung Schlossmuseum

Verfall und Neuanfang, die Ära Spinat

Die kommenden 10 Jahre, von 1960-1970, stand Schloss Drachenburg leer und verfiel zusehends. Die Inneneinrichtung wurde stark in Mitleidenschaft gezogen: die geschnitzten Holzvertäfelungen dienten als Feuerholz, große Partien der Wandgemälde im Treppenhaus, Nibelungen- und Speisezimmer wurden ganz oder in Teilen entwendet. Ein geplanter Abriss konnte 1963 verhindert werden, aber erst 1971 erwarb ein Privatmann das Anwesen. Der Textilkaufmann Paul Spinat ließ das Ensemble wieder instand setzen und neu ausstatten. Junge Künstler schufen dabei teilweise freie Rekonstruktion der fehlenden Wandmalereien. 1973 machte Spinat Schloss Drachenburg einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Bis zu seinem Tode 1989 residierte der exzentrische Schlossherr, um den sich zahlreiche Geschichten ranken, auf der Drachenburg bzw. im Burghof.

Das Schloss um 2010

Denkmalschutz und Restaurierung

1986 wurde Schloss Drachenburg unter Denkmalschutz gestellt. Die dringend erforderlichen Schritte zu einer umfassenden Restaurierung leitete 1989 die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege ein. Seit 1995 ließ die NRW-Stiftung in enger Kooperation mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Königswinter das Ensemble Schloss Drachenburg behutsam restaurieren. Die Sonderausstellung „Wegen Renovierung geöffnet – Einblicke in die Baustelle Schloss Drachenburg“ informierte die Besucher von 2003 bis 2009 ausführlich über die Restaurierungsarbeiten. Seit Frühjahr 2010 sind die Sanierungsarbeiten im Schloss beendet und alle restaurierten und remöblierten Räume wieder für die Besucher zugänglich. Der Landschaftspark des Ensembles konnte 2011 vollständig fertiggestellt werden.

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Die Drachenburg-Stiftung

Hinter dem heutigen Glanz von Schloss Drachenburg steht ein starkes Fundament: Die Drachenburg-Stiftung engagiert sich nachhaltig für die Restaurierung, den Erhalt und die Pflege dieses einzigartigen Gründerzeit-Ensembles. Mit Ihrer Spende oder Zustiftung tragen Sie direkt dazu bei, das Schloss, die Vorburg und den malerischen Park für zukünftige Generationen zu sichern und als lebendigen Kulturort zu erhalten.

Ausgezeichnetes Erlebnis

Schloss Drachenburg zählt laut TUI zu den beliebtesten und schönsten Schlössern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das beeindruckende Schloss vor der malerischen Kulisse des Siebengebirges begeistert mit seiner prachtvollen Architektur, seiner faszinierenden Geschichte und einem einzigartigen Blick über das Rheintal.

Überzeugen Sie sich selbst von diesem besonderen Erlebnis und entdecken Sie die Faszination von Schloss Drachenburg!

Esszimmer
Schloss Drachenburg bei Nacht
Erkerzimmer mit Ausblick
Ausstellung Museum
Blick auf Schloss und Siebengebirge
Zimmer mit Sekretär
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